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02.10.2025 Psychosomatik

Zweites Regionaltreffen der MMK

Multidisziplinäre medizinische Kompetenzzentren für Menschen mit Conterganschädigung

Foto: Sebastian Volk

Vernetzung und Austausch, darauf setzen die multidisziplinären medizinischen Kompetenzzentren (MMK) für Menschen mit Conterganschädigung. In der Uniklinik Köln haben sich Mitte September die Repräsentanten der vier Zentren der Region West – Herne, Nümbrecht, Aachen und Köln – getroffen.

„Wir haben die Veranstaltung genutzt, um uns intensiv auszutauschen und vielfältige Aspekte unserer Arbeit anzusprechen,“ resümiert Gastgeber Priv.-Doz. Dr. Alexander Niecke, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie in der Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Uniklinik Köln. In seiner Begrüßung umriss der Stellvertretende Klinikdirektor die Entwicklungsgeschichte der Contergansprechstunde an seiner Klinik nach Erscheinen der NRW-Conterganstudie 2017 sowie den behindertengerechten Umbau des Gebäudes. Seine Kolleginnen Celina von Tiele-Winckler und Nora Kolbe ergänzten den Vortrag mit Beispielen aus dem Bereich der behin-derungssensiblen Psychotherapie.

„Die Gespräche haben uns noch einmal verdeutlicht, wie wichtig der unmittelbare und persönliche Kontakt in Präsenz mit den Patientinnen und Patienten ist,“ so Dr. Niecke. „Ebenso zeigt sich immer wieder, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit ist, damit das Thema Contergan Aufmerksamkeit bekommt. Dies trägt dazu bei, Betroffene zu entstigmatisieren, ihre Inklusion zu fördern und sie letztendlich nicht auf ihre Behinderung zu reduzieren.“

Dieter Hackler, Vorsitzender des Vorstandes der Conterganstiftung, ergänzt: „Die psychosoziale Versorgung der Menschen mit Conterganschädigung, wie sie an der Uniklinik Köln praktiziert wird, ist wesentlich und nachahmenswert für alle medizinischen Bereiche, die Umgang mit Menschen mit Conterganschädigung haben.“

Den insgesamt 17 Teilnehmenden bot die Veranstaltung Gelegenheit, den Kolleginnen und Kollegen von ihrer Arbeit und den Erfahrungen mit Patientinnen und Patienten mit Conterganschädigung zu berichten. So sprachen Dr. Andrea Maier und Mareike Prömpler vom MMK Aachen über bisherige und geplante Projekte wie Broschüren, eine E-Learning-Plattform und die Kooperation im Netzwerk. Dr. Markus Bruckhaus-Walter und Kerstin Helmke von den hernerhausaerzten berichteten von der häuslichen und hausärztlichen Versorgung in ihrem Kompetenzzentrum und Prof. Dr. Klaus Peters sprach über seine Erfahrungen mit der multidisziplinären nicht-medikamentösen Schmerzbehandlung, wie sie am MMK in Nümbrecht praktiziert wird. Nach einem anschließenden Austausch am runden Tisch, an dem auch Bianca Vogel vom Interessenverband für Menschen mit Conterganschädigung NRW teilnahm, schloss sich noch eine Führung durch das MMK Köln an.

„Diese Regionaltreffen sind immer wieder wichtig für den Austausch unter ärztlichen Kolleginnen und Kollegen. Deshalb freue ich mich, dass in diesem Herbst auch in anderen Regionen wieder der regionale Austausch gepflegt wird. Er trägt zur Verbesserung der Versorgung der Betroffenen bei“, stellt Hackler zufrieden fest. Dr. Niecke ergänzt: „Auch künftig wollen wir uns weiter vernetzen, um neueste Informationen zu teilen und gemeinsame Studien durchzuführen sowie einen wirkungs-vollen Beitrag in der Expertinnen- und Expertenkommission der Conterganstiftung zu leisten.“