Jugend-Tagesklinik

Die Tagesklinik für Jugendliche mit schwerer Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit sechs Behandlungsplätzen stellt ein Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Behandlung dar und richtet sich an Jugendliche mit vielfältigen Symptomen auf der Basis einer Persönlichkeits- und Identitätspathologie.

Stationszimmer
Neubau II, 2. Obergeschoss
Telefon: +49 221 478-98270
Telefax: +49 221 478-98271

Aufnahmebedingungen

  • Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung nach eingehender Psychodiagnostik
  • Alter zwischen 13 und 17 Jahren
  • vorhandene Behandlungsmotivation

Die Anmeldung erfolgt über niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychiater oder -psychotherapeuten oder die Ambulanz bzw. Stationen unserer Klinik.

Persönlichkeitsentwicklungsstörung – was ist das?

Eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung im Jugendalter stellt eine schwerwiegende psychische Problematik dar. Sie ist gekennzeichnet von einem Muster verschiedener Persönlichkeitsmerkmale, das

  • Fehlanpassungen,
  • subjektive Beeinträchtigung und
  • Schwierigkeiten auf der Beziehungsebene zur Folge hat.

Die schwerwiegende Identitätsproblematik dieser Jugendlichen führt zu einer fehlenden Toleranz für frustrierende Situationen, zu Schwierigkeiten, Kränkungen auszuhalten und in der Emotionsregulierung, d. h. also Ängste, Traurigkeit und Wutgefühle zu empfinden, ohne davon überflutet zu werden.

Mögliche Symptome

Mit der Persönlichkeitspathologie ist im Jugendalter häufig das Auftreten einer Vielzahl von Symptomen verbunden. Dazu gehören

  • Selbstverletzungen und Selbstschädigungen aller Art,
  • wiederkehrende Suizidalität,
  • depressive Verstimmungen,
  • Essensprobleme von restriktivem zu impulsivem Essen,
  • chronische Unehrlichkeit,
  • psychosomatische Symptome wie chronische Kopf- oder Bauchschmerzen,
  • Drogen- und Alkoholabusus und
  • sehr häufig Schulschwierigkeiten bis hin zu Schulabbrüchen.

All diese Symptome sind als psychische Versuche zu verstehen, innere Gefühle der Anspannung, der Leere, der extremen Wut oder der Kränkung abzuwehren.

Behandlungskonzept

Von einer ambulanten Versorgung unterscheidet sich die tagesklinische Behandlung durch eine hohe Alltagsstrukturierung und die Einbindung in ein enges Behandlungskonzept, das Einzeltherapie, Gruppenpsychotherapie, die Einbindung in das therapeutische Milieu und Körpertherapie vorsieht.

Im Gegensatz zu einer vollstationären Behandlung soll die Alltagsstruktur erhalten bleiben, welche täglich einen mehrstündigen Schulbesuch (der Heimat- oder Klinikschule) beinhaltet.

Von den Patienten werden eine eigene Veränderungsbereitschaft und eine Übernahme von Eigenverantwortung für schulische und therapeutische Belange erwartet. Außerdem bleibt die/ der Jugendliche im bisherigen Haushalt der Familie bzw. Wohneinrichtung wohnen.

Das spezialisierte psychotherapeutische Programm richtet sich an Patienten, deren ambulante oder stationäre Behandlungen nicht zu einem dauerhaften Erfolg im Sinne der Aufgabe des selbstschädigenden Verhaltens geführt haben und deren Alltagsfunktionalität, also z.B. durch reduzierten oder fehlende Schulbesuch, stark eingeschränkt ist. Insofern setzt das Konzept an der Aufgabe dieser selbstschädigenden Verhaltensweisen an durch die Konfrontation mit selbstschädigenden Selbstanteilen, die einer Gesundung und einer nachhaltigen Veränderungsmotivation entgegenstehen.

Das tagesklinische Konzept zur Behandlung dieser jugendlichen Patientengruppe (zwischen 13 und 18 Jahren) basiert auf einem spezialisierten Therapieprogramm, der so genannten übertragungsfokussierten Psychotherapie nach O. Kernberg, das im deutschsprachigen Raum maßgeblich in seiner Anwendung und Modifikation für Jugendliche an der Uniklinik Köln weitergeführt und beforscht wird (Transference Focused Psychotherapy, TFP, Yeomans et al., 2017; Krischer & Normandin, 2015).

  • Den Einstieg in die Behandlung sichert ein Behandlungsvertrag, der mit den jugendlichen Patienten und ihren Eltern bzw. Bezugspersonen geschlossen wird und unter anderem auf die Eindämmung selbstschädigenden und therapiegefährdenden Verhaltens sowie auf den Erhalt der Alltagsstruktur durch einen täglichen mehrstündigen Schulbesuch abzielt. Damit sollen von Beginn an Maßnahmen ergriffen werden, damit die/ der Jugendliche anfängt, sich mit ihren/ seinen inneren Schwierigkeiten zu beschäftigen statt sich darauf zurückzuziehen, ihr/ ihm könne nicht geholfen werden.
  • Das Ziel der Behandlung ist gemäß diesem psychodynamisch geprägten Behandlungskonzept ein zunehmendes Verständnis für innere, auch unbewusste psychische Konstellationen zu gewinnen, abgespaltene Selbstanteile bewusster zu machen und damit zunehmend einer inneren Integration zuzuführen.
Behandlungsangebot und Stationsablauf

Im 12wöchigen Verlauf umfasst das tagesklinische Programm

  • eine hochfrequente spezialisierte Einzelpsychotherapie (zweimal pro Woche),
  • eine spezialisierte Gruppenpsychotherapie (zweimal pro Woche),
  • sowie eine spezialisierte Körpertherapie (zweimal pro Woche).


Das erste therapeutische Ziel besteht in der Reduzierung der schwerwiegenden selbstgefährdenden und therapiegefährdenden Symptomatik, in der Übernahme von Eigenverantwortung und in der Arbeit an der Beziehungsstörung, so dass die Grundlage für eine nachfolgende ambulante Psychotherapie gelegt wird.
Diesem Ziel dient auch die Umsetzung eines Bezugsbetreuer-Systems, das tägliche Gespräche der Jugendlichen mit dem Bezugstherapeut aus dem Pflege- und Erziehungsdienst vorsieht.

Um die Qualität der Behandlung sicherzustellen, ist dieses Behandlungskonzept andauernd Gegenstand von Weiterbildung und grundlegender Forschung, die eine gründliche Anfangsdiagnostik und Verlaufsuntersuchungen umfasst.

Beurlaubungen sind während der tagesklinischen Behandlung nicht möglich.

Team

Das Behandlungsteam besteht aus Mitarbeitern des Pflege- und Erziehungsdienstes, die für einzelne Patienten als Bezugsmitarbeiter zur Verfügung stehen und für die alltäglichen Belange wie schulische Themen, selbstschädigendes Verhalten zuständig sind.

Leitung
Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Dipl. Psych. Maya Krischer
Telefon +49 221 478-86613

Pflege- und Erziehungsdienst Teamleitung
Thorsten Muhlack
Telefon +49 221 478-86683

Stationspsychologin
Dipl.-Psych. Sabine Prill 
Telefon +49 221 478-98272

Stationsärztin
Dr. Kristina Dokubo
Telefon +49 221 478-4376

Gruppenpsychotherapie
Dipl.-Soz.-Päd. Sandra Vohl  
Telefon +49 221 478-6109

Sozialdienst
Dipl.-Soz.-Arb. Elsa von Rabenau
Telefon +49 221 478-89354

Körpertherapie
Dipl.-Sportw. Marina Söthe
Telefon +49 221 478-6612

Teammitarbeiter
Marcus Backs
Nadine Clausing
Dipl.-Päd. Alexander Becker
Dipl.-Soz.-Päd. Nicole Wiesmann

Telefon: +49 221 478-98270

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