Jugendstation 1 / 2

Die geschützte Station (Jugendstation 1) verfügt über sieben Behandlungsplätze und ist primär auf die Akutversorgung kinder- und jugendpsychiatrischer Notfälle ausgerichtet. Hierzu zählen insbesonders eigengefährdende Zustände, wie sie im Rahmen von

  • Suizidalität
  • psychotischen Phasen (Verlust der Realitätseinschätzung)
  • manischen Phasen (keine Gefahrenerkennung mehr, stark gehobener Antrieb und Stimmung)

vorkommen, aber auch fremdaggressives Verhalten, wenn es aufgrund einer im Krankenhaus behandelbaren psychiatrischen Erkrankung erfolgt.

Für wen ist die geschützte Station geeignet?

Für die kinder- und jugendpsychiatrische Akutversorgung ist die Uniklinik Köln zuständig für die Kölner Stadtbezirke Ehrenfeld, Lindenthal und Rodenkirchen sowie für den gesamten Rhein-Erft-Kreis.

Besorgte Eltern können bei einer Kindeswohlgefährdung nach der Stellungnahme eines auf diesem Gebiet erfahrenen Facharztes eine Unterbringung ihres Kindes gemäß §1631b BGB beim zuständigen Familiengericht zur Durchführung einer Behandlung auf der geschützten Station beantragen. Wir bitten in diesem Fall auch vorher Rücksprache mit unserer Ambulanz zu halten, um einen möglichst wenig belastenden Ablauf für die Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.

Die Behandlung körperlich bedrohlicher Erkrankungen (massives Untergewicht, Drogenintoxikation) muss vor Aufnahme in der KJP in einem pädiatrischen Rahmen, z. B. an der Kinderklinik der Uniklinik Köln erfolgen.

Aufnahme

Eine Aufnahme erfolgt in der Regel nach Zuweisung durch niedergelassene Fachärzte, unsere Institutsambulanz oder im Rahmen einer Akutbehandlung. In der Regel steht vor einer geplanten Aufnahme ein Vorgespräch und eine Besichtigung der Station, um den Rahmen der Behandlung, die Behandlungsziele und weitere Fragen zu klären.

Behandlungskonzept

Die geschützte Station bietet einen Rückzugsraum zur Entaktualisierung der Situation, für medikamentöse Therapie und die Möglichkeit zur Weichenstellung für notwendige psychosoziale Maßnahmen in Kooperation mit der Jugendhilfe und die Einleitung und den Beginn einer längerfristigen Psychotherapie. Neben kurzdauernden Kriseninterventionen bieten wir dazu auch eine differenzierte Diagnostik und einen Start in weiterführende Behandlungsformen an.

Zur Emotionsregulation und Stresstoleranz kommen Verfahren der dialektisch behavioralen Therapie zum Einsatz.

Die Behandlungskonzepte entsprechen spezifisch für jedes Krankheitsbild den kinder- und jugendpsychiatrischen Leitlinien und werden regelmäßig evaluiert und erweitert. Hierbei ist die Erforschung effektiverer Behandlungsmöglichkeiten von großer Bedeutung, an welcher wir uns für unsere Patienten im Rahmen der klinischen Forschung beteiligen.

Stationsübergreifend mit der offenen Jugendstation 2 bieten wir eine vollstationäre psychiatrische Behandlung mit psychotherapeutischer Vorbehandlung zur anschließenden weiterführenden Psychotherapie an. Hierbei stehen die spezifischen Schwerpunkte der Krisenintervention, Diagnostik, pharmakologischer Evaluation und Wiederherstellung der Alltagsfunktion im Vordergrund.

Wer steht für die Behandlung zur Verfügung?

Hierfür stehen der Jugendstation 1 ein multiprofessionelles Team bestehend aus Ärztinnen und Ärzten, Psychotherapeutinnen, Kunst-, Musik- und Sporttherapeutinnen und -therapeuten sowie (Fach-) Pflegepersonal, Pädagoginnen und Pädagogen und der klinikeigene Sozialdienst zur Verfügung. Im Rahmen der Behandlung wird mit jeder Patientin und jedem Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt und regelmäßig überprüft sowie mit den Patientinnen, Patienten sowie den Angehörigen abgestimmt.

Behandlungsangebote / Stationsablauf

Es kommen einzel- und gruppentherapeutische Angebote sowie Angehörigengespräche zum Einsatz. Weiterhin besteht durch die Rund-um-die-Uhr Betreuung des Pflege- und Erziehungsdienstes die Möglichkeit der Beobachtung und Förderung von Alltagsfähigkeiten und damit im Rahmen der Erkrankung Wiederherstellung des Alltagsfunktionsniveaus. Hierfür wird in einem engen Bezugsbetreuungssystem gearbeitet. Im Bedarfsfall wird die psychotherapeutische Behandlung durch den sinnvollen Einsatz von Psychopharmaka erweitert.

Angehörige nehmen an einer Elterngruppe, welche die Behandlung komplementiert, teil, da die Behandlung in den meisten Fällen mit der Entlassung nicht beendet ist.

Während der stationären Behandlung besteht die Möglichkeit der Beschulung auf der Station, in der klinikeigenen Schule, „Johann-Christoph-Winters-Schule“ oder der Heimatschule.

An den Wochenenden besteht die Möglichkeit, falls keine Kontraindikation vorliegt, der Beurlaubung in das häusliche Umfeld zur Belastungserprobung, Kontaktpflege und Umsetzung erarbeiteter Therapieinhalte.

Team

Oberarzt 
Alexander Gort Golzarandi
Telefon: +49 221 478-6643

Pflege- und Erziehungsdienst Teamleitung 
Thorsten Muhlack
Telefon: +49 221 478-87689

Stellvertretende Pflege- und Erziehungsdienst Teamleitung
Ulrike Block
Telefon: +49 221 478-89452

Stationsärzte

Moritz Langer
Telefon: +49 221 478-98306

Janina Köther
Telefon: +49 221 478-89454

Sozialarbeiterinnen
M.A. Rehabilitationswissenschaften Kathrin Nauck (Jugendstation 1)
Telefon: +49 221 478-98590

Dipl.-Sozialarbeiterin Anja Neist (Jugendstation 2)
Telefon: +49 221 478-86687

Musiktherapeut
Dipl. Musiktherapeut Michael Meza-Hörpel
Telefon: +49 221 478-86604

Kunsttherapeutin
M.A. Kunsttherapie Kathrin Graf
Telefon: +49 221 478-86603, -86606

Sporttherapeutin
Rahel Eichert, M. A.
Tel.: +49 221 478-6612

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